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Christoph Rieger: Corona und der Anleihemarkt - Safe Haven Funktion verloren? Kommen jetzt Coronabonds?

Die Coronapandemie hat für starke Volatilität gesorgt, auch der Bondmarkt ist davon befallen: "Zuerst gab es einen typischen Fluchtreflex: raus aus Risikoklassen, rein in vermeintliche sichere Häfen wie Staatsanleihen. Die Bundesanleihe ist deshalb auf ein neues Rekordtief gefallen. Dann kam die Wende: der Aktienausverkauf ging weiter, aber es hat auch ein Ausverkauf bei den Anleihen begonnen." Also kein sicherer Hafen mehr? "Zum einen musste viele Marktteilnehmer Cash generieren, der zweite Grund sind die riesigen Rettungspakete. Es werden noch enorm viele Anleihen begeben werden müssen." Kommen jetzt Coronabonds? Ist das Risiko im Bondmarkt gestiegen? Erst recht bei Unternehmensanleihen ist die Unsicherheit groß. Bleibt die Volatilität groß und welche Rolle spielt dabei die Corona-Entwicklung?
 
 

Interview mit Herrn Christoph Rieger (Leiter Zins und Credit Research), veröffentlicht am 03.04.2020 um 15:21

Corona-Auswirkungen auf den Devisenmarkt - Notenbanken auf Expansionskurs, aber kein Währungskrieg

Auch der Devisenmarkt bekommt die Auswirkungen der Coronapandemie zu spüren. Nachdem es Anfang des Jahres sehr ruhig war, kommt nun die Volatilität zurück. Ulrich Leuchtmann: "Es ist wieder Leben zurückgekehrt, mehr als ich mir gewünscht hätte". Eine Rolle dabei spielen wie immer die Notenbanken. Die sind wieder in den absoluten Expansionsmodus zurück. "Für die Fed erwartet der Markt, dass sie bis mindestens Ende des Jahres die Zinsen nicht anheben wird, andererseits ist es aber auch unwahrscheinlich, dass die Zentralbanken mit noch negativeren Zinsen experimentieren. Die Bankensysteme jetzt belasten, das wird keine Zentralbank machen wollen. Wir brauchen die Banken für die Refinanzierung der Wirtschaft. Es geht nicht mehr nach oben, es geht nicht mehr nach unten. Die Zinsen sind auf niedrigem Niveau eingefroren." Die Folgen: "Yen und Schweizer Franken werden nicht mehr sicherer Hafens ein." Spannend momentan außerdem: Die "Rohstoffwährungen" wie der russische Rubel.
 
 

Interview mit Herrn Ulrich Leuchtmann (Leiter FX-Strategie), veröffentlicht am 26.03.2020 um 13:38

Dr. Krämer: "Die EZB hat das Richtige gemacht! - Liquidität für Banken - eine Leitzinssenkung würde nichts bringen!"

Die Börsen waren nach der EZB-Sitzung enttäuscht und der DAX verlor am Donnerstag, 12. März 2020 über -12 %. Dr. Jörg Krämer: "Der Markt hatte sich gewünscht, dass die EZB Ihren Leitzins noch mal senken würde. Aber die EZB tat recht daran, es nicht zu tun! Auch, wenn der Markt mal enttäuscht war. Es würde nichts bringen, den Leitzins noch einmal zu senken, denn die negativen Nebenwirkungen sind einfach viel zu ausgeprägt. Die EZB hat das Richtige gemacht: sie hat sich darauf konzentriert, eine Kreditklemme zu vermeiden, d. h. sie hat den Banken zusätzlich Liquidität bereitgestellt, um den Firmen Kredite zu geben. Und das wird irgendwann der Markt verstehen, auch wenn er gestern enttäuscht war."
 
 

Interview mit Herrn Dr. Jörg Krämer (Chefvolkswirt), veröffentlicht am 13.03.2020 um 12:18

Panikmodus an den Ölmärkten Brent -30 % - E. Weinberg: "Wir halten das für übertrieben, aber es könnte noch eine Zeit anhalten!"

Der Ölpreis ist um 30 % in der Nacht zum Montag abgesackt und hatte damit seinen stärksten Einbruch seit fast 30 Jahren. Eugen Weinberg: "Der Grund dafür ist der Preiskrieg, der über die letzten Tage entbrannt ist. Zu den ohnehin schwachen Nachrichten kommt jetzt nochmal eine massive Steigerung des Angebots hinzu." Gold ist und bleibt in Krisenzeiten ein sicherer Hafen. Eugen Weinberg rechnet zwar langfristig mit einem steigenden Goldpreis, aber die aktuelle Panik ist kein nachhaltiger und zuverlässiger Indikator. "Bevor der Aufwärtstrend bei Gold wieder anfängt, bräuchte man vorher eine kleine Korrektur ... Wenn sich die Panik legt und die Vernunft wieder in die Märkte zurückkommt, dann kann ich mir sehr gut vorstellen, dass wir die Korrektur im Goldpreis bekommen."
 
 

Interview mit Herrn Eugen Weinberg (Leiter Rohstoffanalyse), veröffentlicht am 09.03.2020 um 09:24

Andreas Hürkamp: "Der Markt zweifelt zunehmend an der Wirksamkeit der Notenbanken - 2021 kann der Bärenmarkt 20-40 % kosten!"

Die US-Notenbank Fed senkt die Zinsen. Sehr überraschend und sehr deutlich. Die Märkte und die Notenbanken sind nervös, und das aus gutem Grund. Andreas Hürkamp, Leiter Aktienmarktstrategie der Commerzbank: "Das war der stärkste Rückgang vom Allzeithoch seit 1933!" Eigentlich wäre diese Senkung nicht notwendig gewesen, die US-Wirtschaft ist äußerst robust mit Lohnwachstum und Vollbeschäftigung. "Aber die Notenbank versucht, die Ängste der Marktteilnehmer zu beruhigen." Auch die EZB wird vermutlich nachziehen und für 20 Mrd. Euro vor allem Unternehmensanleihen kaufen. Diese Gemengelage wird die Märkte stützen, zumindest im laufenden Jahr. Der DAX ist derzeit unterstützt bei 11.800 Punkten. Aber die Gefahr ist groß, dass der Bullenmarkt nach 11 Jahren ausläuft: "2021 könnte der Assetklasse Aktie Wertverluste drohen von bis zu 40 %!"
 
 

Interview mit Herrn Andreas Hürkamp (Leiter Aktienmarktstrategie), veröffentlicht am 04.03.2020 um 15:58

Wie investieren Anleger in der Coronakrise? "Wir sehen einen reißenden Absatz von Discountzertifikaten"

Der Börsentag in Frankfurt (29. Februar 2020) war recht gut besucht. Er lag ja auch am Ende der Corona-Korrektur-Woche. Holger Fertig: "Vor einer Woche hätte man noch über Absicherungsstrategien und Optionsscheine geredet. Das wäre ein guter Zeitpunkt für Absicherung gewesen. Heute, 1.000 Punkte tiefer, sollte man eher fragen: wie investiert man momentan?" Die Börsentagbesucher suchen nach Anlagealternativen. Eine der momentanen Empfehlungen: Discountzertifikate. "Wir sehen einen reißenden Absatz von Discountzertifikaten." Was sind die Vorteile?
 
 

Interview mit Herrn Holger Fertig (Produktmanager Zertifikate und ETF), veröffentlicht am 02.03.2020 um 15:06

Es rappelt in der Börsen-Kiste, jetzt ist Corona auch an der Wall Street angekommen - Ist die Party vorbei? Dow verliert -3 %

In der Nacht hatten wir einen Dow Jones-Rücksetzer mit mehr als -3 %, und mehr als 1.000 Punkte Verlust, das haben wir schon lang nicht mehr gesehen. Ist die Party damit vorbei? Achim Matzke: "Die amerikanischen Aktienmärkte haben die brillanten Aufwärtsbewegungen der letzten 5 Monate zur Seite verlassen. Der S&P 500 könnte sich bis auf seine 200-Tagelinie zurückentwickeln bis auf 3.050 Punkte." Der DAX verlor die 12.800 Punkte-Marke, Corona ist nun auch in Frankfurt am Parkett angekommen. Der Handel mit Italien wird die deutsche Industrie belasten. Lufthansa kündigt Sparprogramm an (unbezahlter Urlaub), … könnten wir auch die 12 vorne im DAX verlieren?
 
 

Interview mit Herrn Achim Matzke (Leiter technische Analyse), veröffentlicht am 26.02.2020 um 10:12

Dr. Jörg Krämer: "Die Börse hat nicht nur keine Virusangst, die Börse hat überhaupt keine Angst mehr"

Corona und die Weltwirtschaft, so schnell werden wir das Thema wohl nicht los. Es mehren sich die Meldungen von Unternehmen, die Ausfälle oder Verzögerungen aufgrund des Coronavirus in China melden müssen. VW verschiebt die Produktion, Apple meldet eine Gewinnwarnung, jetzt kommt auch Adidas mit Meldungen, die Branchen sind also vielfältig. Und eines sehen wir jetzt: man kann als Marktteilnehmer nicht einfach achselzuckend drüber hinwegsehen. Wie sehr wird die Corona-Epidemie die Wirtschaft treffen? Dr. Jörg Krämer: "Ich glaube das 1. Quartal 2020 in China wird sehr schlecht ausfallen." Der Börse scheint es nichts auszumachen. "Die Börse hat nicht nur keine Virusangst, die Börse hat seit ein paar Jahren überhaupt keine Angst mehr. Das ist der Anlagenotstand." Dennoch gibt es Grund zur Zuversicht. "Die Anleger gehen davon aus, dass das kein Dauerzustand ist und die Wirtschaft sich stabilisiert."
 
 

Interview mit Herrn Dr. Jörg Krämer (Chefvolkswirt), veröffentlicht am 19.02.2020 um 15:42

Achim Matzke, Leiter Chartanalyse Commerzbank: "Das klingt verrückt, aber das Coronavirus ist sogar positiv für die Börsen!"

An der Wall Street sind die 30.000 Punkte offensichtlich nur eine Frage der (kurzen) Zeit. Achim Matzke ist optimistisch auch für das laufende Jahr 2020: "Die Begleitumstände für die US-Unternehmen sind günstig und die Rallye am US-Markt geht weiter, wenn auch nicht so stark wie bisher, aber Präsidentschafts-Wahljahre sind gute Börsenjahre." Doch welche Auswirkung wird das Coronavirus haben? "Das Coronavirus bremst einen ohnehin schwächelnden chinesischen Markt zusätzlich aus. Aber wenn man das in den Griff bekommt, dann kommen die Märkte wieder ins Laufen." Besser noch: Mittelfristig ist Corona sogar positiv für Aktien: "Das klingt verrückt, aber das wird am Ende den Notenbanken noch mehr Spielraum für lockere Geldpolitik geben." Für den Euro Stoxx50 sieht Matzke ein Kursziel von 4.000 Punkten. "Auch der Euro Stoxx50 versucht aus der Pendelbewegung nach oben auszubrechen (…) und die Chancen stehen gut." Problematisch sieht Matzke die kommende Berichtssaison hierzulande: "Wir werden bescheidene Äußerungen hören von Firmen, die ihre Prognosen zurücknehmen müssen. Versorger oder Immobilien sind da stabiler."
 
 

Interview mit Herrn Achim Matzke (Leiter technische Analyse), veröffentlicht am 14.02.2020 um 11:22

Dramatische Entwicklung: "Coronavirus nicht auf die leichte Schulter nehmen!" - Rohstoffexperte Weinberg sieht dunkle Wolken

Der Umgang mit dem Coronavirus hat allen Beteiligten die strukturellen Schwächen der chinesischen Wirtschaft vor Augen geführt. Darum ist der Preisrückgang bei den Rohstoffen so deutlich, sagt Eugen Weinberg, Leiter der Rohstoffanalyse der Commerzbank. Denn der Zusammenhang zwischen Coronavirus und Preisrückgang ist bei allen Rohstoffen zu erkennen. Aber ist es schon wieder der richtige Zeitpunkt, um auf dem reduzierten Preisniveau einzusteigen? "Es kommt darauf an, ob wir tatsächlich in wenigen Wochen den Höhepunkt der Infektionen erreicht haben und damit die Ausbreitung stoppen." Anderenfalls aber kumulieren sich die Probleme Virus, Handelsstreit und angesprochene Strukturprobleme - was zu noch tieferen Rohstoffpreisen führen kann. Es ist eine "digitale Situation" so Weinberg - "Entweder-Oder". Auch eine Pause der weltweiten Aktienmärkte ist nicht ausgeschlossen. Beim Gold allerdings tummeln sich schon wieder viele Spekulanten, was zu einer bedenklichen Überhitzung führt, so Weinberg. Aus diesem Grund rechnet der Experte mit einer Korrektur des Goldpreises bis zum Sommer.
 
 

Interview mit Herrn Eugen Weinberg (Leiter Rohstoffanalyse), veröffentlicht am 07.02.2020 um 14:24

Christoph Rieger: Kann man mit Anleihen noch Geld verdienen? Und welche Auswirkungen hat das Coronavirus?

Auf dem Fondskongress 2020 in Mannheim wurde unter anderem darüber diskutiert, ob man mit Anleihen überhaupt noch Geld verdienen kann. "Investoren werden durch das aktuelle Umfeld immer mehr dazu, mehr Risiko zu nehmen. Das gilt an den Bondmärkten, aber das Gleiche kann man auch in anderen Assetklassen beobachten." 2019 war ein gutes Anleihenjahr, allerdings auch wegen Kursgewinnen. Das lässt sich so wohl nicht wiederholen. Dennoch sieht Christoph Rieger noch immer Chancen. Welche Rolle könnte die aktuelle Unruhe wegen des Coronavirus für den Anleihemarkt spielen?
 
 

Interview mit Herrn Christoph Rieger (Leiter Zins und Credit Research), veröffentlicht am 31.01.2020 um 12:37

Entkommen aus der Zinsfalle - Patrick Kesselhut: "Man muss ins Risiko gehen - Gleich welcher Anlage"

Experten sind sich einig darin, dass die Zinsen noch lange auf einem Negativniveau bleiben werden. Auf dem Börsentag Dresden 2020 spricht Patrick Kesselhut daher zu vielen Besuchern, die einen Ausweg aus der Zinsfalle suchen: "Vor Ende des Jahrzehnts rechnet kaum jemand mehr mit steigenden Zinsen. Wir haben jedes Jahr eine reale Entwertung des Vermögens von ca. 1,6 %." Welche alternativen Möglichkeiten gibt es, um sein Geld anzulegen? "Am Ende muss ich in Sachwerte und ins Risiko gehen. Da gibt es mit ETFs, Immobilien, Edelmetallen oder Discount-Zertifikaten mehrere Möglichkeiten sein Geld zu investieren". Die beste Strategie hängt dabei vom Anlagetyp ab.
 
 

Interview mit Herrn Patrick Kesselhut (Public Distribution Germany bei Commerzbank AG), veröffentlicht am 20.01.2020 um 13:07

Ulrich Leuchtmann: schwächstes China BIP seit 30 Jahren und Burgfrieden im Handelskonflikt - was bedeutet das für die Währungen?

Währungsupdate mit Ulrich Leuchtmann: China ist im Fokus wegen aktueller Meldungen über das schwächste BIP-Wachstum seit 30 Jahren mit 6,1 %. "Für die Währung heißt das im Grunde, dass China keine starke Währung verträgt." Im Laufe der Woche gab es den Burgfrieden im Handelskonflikt mit den USA. Daraufhin hat Donald Trump auch die Anschuldigung der Währungsmanipulation zurückgenommen. Trump will außerdem 2020 als Präsident wiedergewählt werden. Was für einen Dollar wünscht er sich bzw. braucht er? Die vorübergehende Ruhe im Handelskonflikt lässt fundamentale Dinge in den Fokus rücken. Was ist beim Euro jetzt wichtig? Außerdem hat die türkische Notenbank den Leitzins in dieser Woche gesenkt. Was bedeutet das für die türkische Lira?
 
 

Interview mit Herrn Ulrich Leuchtmann (Leiter FX-Strategie), veröffentlicht am 17.01.2020 um 11:43

DAX Prognose 2020 - Andreas Hürkamp: "Bei einer 14 vorne im DAX in diesem Jahr vorsichtig werden"

2019 war ein sehr gutes Börsenjahr, in dem auch die Prognosen von Andreas Hürkamp übertroffen wurden: "Ich hatte 10-15 % Potenzial gesehen im DAX, letztendlich sind es 25 % geworden. Das hat mich schon überrascht." Borgen wir dabei von der Zukunft? "Ich erwarte ein Jahr von 0-5 % Performance, aber ein Bärenmarkt ist weiter ausgeschlossen." Wie konservativ ist die Jahresprognose von 13.700 Punkten? Und wie volatil wird der Weg dort hin? "Mein Jahreshoch liegt bei 14.400 Punkten. Ich könnte mir im Vorfeld der Dividendensaison Niveaus über 14.000 Punkten vorstellen. Aber: In diesem Jahr sollte man bei einer 14 vorne im DAX vorsichtig werden und eher Positionen abbauen."
 
 

Interview mit Herrn Andreas Hürkamp (Leiter Aktienmarktstrategie), veröffentlicht am 10.01.2020 um 16:06